Wednesday, March 28, 2007

Goodbye Australia!



Die Zeit scheint im Urlaub immer etwas schneller zu vergehen, als wenn man zu Hause seinen täglichen Pflichten hinterher läuft. 4 Wochen Australien hören sich unglaublich lang an. Doch ist man erstmal hier, ist der Urlaub auch fast schon wieder vorbei.


So sitzen wir schon wieder im Flugzeug und starren auf den Monitor der Fluggesellschaft, der uns verrät, mit welcher rasanten Geschwindigkeit wir den australischen Kontinent hinter uns lassen.


Michael, der übrigens seinerzeit den Erdkunde-Leistungskurs belegt hatte, tippt mir ständig auf die Schulter und fragt: „Wo ist eigentlich Asien? Ist das dort Indien?“ Mmhhh, Ägypten liegt also in Afrika?“. „Ja, genau!“ Im Westen lernt man in einem Erdkunde-Leistungskurs lediglich alle Feinheiten des Hafens in Rotterdam kennen! Ist das wirklich hilfreich für den Rest deines Lebens?


Ich habe schon oft die Frage gehört: „Wo genau liegt eigentlich Fremantle?“, „Wie ist das Klima in Westaustralien?“ aber noch nie „Wie groß ist der Hafen von Rotterdam?“ und „Wie viele Container werden hier verschifft?“

Kein Wunder, das wir bei der PISA-Studie immer abkacken!


Irgendwann fallen wir völlig erschöpft und voll gefuttert in unsere Sitze und schlafen auf dem Flug von Singapore nach Frankfurt. Kurz vor der Landung schaltet sich die sonore Stimme des Piloten ein: „Wir haben mit dem Landeanflug auf Frankfurt begonnen. Es ist jetzt 5:23 Uhr und Frankfurt empfängt uns mit einem Regenschauer bei 5 Grad über Null“.

Schit, wo ist eigentlich meine Winterjacke und ist es wirklich clever, mit meinen Flip-Flops das Flugzeug zu verlassen? Deutschland im Schnee hat uns wieder!

Mutanten im Lager


Ist euch schon mal aufgefallen, dass neben all dem giftigen Viehzeug auch Mutanten in Australien leben? Hier gibt es Kakerlaken, die so groß wie ein Turnschuh sind und die zu allem Überfluss auch noch fliegen können, damit sie sich lecker in deinen Haaren verfitzen können.

Heute haben wir Heuschrecken gesehen, so groß wie ein Tennisball und damit wächst mein Verständnis, wie diese „winzigen“ Tiere eine komplette Ernte vernichten können.


Doch neben all den giftigen und ekligen Tieren gibt es hier eine Unzahl an Papageien, die sich lustig durch die Bäume schwingen, in Schwärmen bis zu 50 Tieren über das Dach fliegen und dabei lautstark zetern.


Ein kleiner Rat für alle Liebhaber von Wellensittichen & Co.:

Kauft euch mindestens zwei Exemplare. Es ist ausgesprochen lustig, diese aktiven und fröhlichen Tiere beim gemeinsamen Spielen, gegenseitigen Füttern und Putzen, und beim Kommunizieren zu beobachten. Es sind einfach keine Einzelgänger.


Ach ja, noch ein Tipp: Wenn ihr ein Einzimmer-Apartment haben solltest, kauft euch lieber einen Gecko, der ist geräuschlos und benötigt nicht viel Platz. Papageien sind deutlich lauter, als der nervige Rabe, der im Baum vor unserer Tür wohnt.

Sunday, March 18, 2007

Langer Donnerstag

Ihr werdet es kaum glauben! In Australien gibt es noch den langen Donnerstag!

Hier ticken die Uhren tatsächlich noch etwas langsamer. Die Arbeit beginnt hier pünktlich um 9 Uhr morgens und endet um 17 Uhr. Zum Einkaufen kommt man als normaler Arbeitnehmer dann leider nicht mehr, da auch der Supermarkt um 17 Uhr schließt. Und das hat einen ganz einfachen Grund: die Australier treffen sich um 17:30 zum BBQ, zum Surfen, oder sie bestaunen zusammen den Sonnenuntergang am Meer.

Damit aber die Australier nicht wegen akuter Unterernährung aussterben, gibt es hier tatsächlich noch unseren so sehr geliebten langen Donnerstag!

Das macht wirklich Spaß, am langen Donnerstag wieder bis 21 Uhr einkaufen zu gehen, als wäre es tatsächlich der einzige Tag der Woche, an welchem man sein Geld ausgeben könnte. Erst steht man gequetscht wie in einer Dose Ölsardienen im Bus und danach schwimmt man automatisch im Schwarm der vielen Einkaufwilligen quer durch das Einkaufszentrum, welches eine Größe von ca. 5 Fußballfeldern aufweist. Meine armen Plattfüße!!!

Wenn wir dann völlig erschöpft von der bunten Glitzerwelt in ein Café fallen, sind die Tüten prall gefüllt und die Geldbörse ist auf wundersame Weise ziemlich schmal. :-)

Schade, den nächsten langen Donnerstag werden wir schon nicht mehr erleben, da wir im Flugzeug in Richtung Deutschland sitzen werden.

Tuesday, March 13, 2007

Die Strandmuschel steht!



Warum sind die Neandertaler ausgestorben und der moderne Mensch hat überlebt? Ganz einfach: der moderne Mensch kann planen, an Morgen denken, etwas Nahrung im Kühlschrank bunkern und eine neue Strandmuschel aufbauen. Hurra!

Und so sitzen wir jetzt überglücklich in unserem neuen zu Hause am Strand und sehen den Hunden beim Spielen im Meer zu. Michael tippt mir auf die Schulter und sagt: „Sag mal, warum haben wir eigentlich so viele Klamotten mitgeschleppt? Eine Strandmuschel, ein Handtuch und ein Bikini sind doch genug für einen Urlaub am Meer.“ Und da haben wir sie wieder, die kleinen, aber feinen Unterschiede. Der moderne Mensch braucht eben auch noch ein Duschgel, einen Ersatz-Bikini, zweihundert verschiedene Creme-Töpfchen und mindestens 2 Kleider in verschiedenen Farben. Oder?

Monday, March 12, 2007

Back in Fremantle

Zurück in Fremantle schwingen wir uns auf unsere Fahrräder und radeln zum Strand. Wie man unschwer erkennen kann, herrscht in Australien Helmpflicht und so machen wir uns den ganzen Tag zum Gespött!


Im Gepäck haben wir unsere neuste Errungenschaft, eine Strandmuschel. Die Strandmuschel soll uns Schatten spenden und uns vor Wind und Sonnenbrand schützen. Aber wie baut man dieses verdammt Ding eigentlich auf, wenn nur die Hälfte der Stangen in der Tüte zu finden sind? Verdammt! Michael macht ein beleidigtes Gesicht und kommentiert (brav nach deutschen Sitten): „Wenn ich nicht jedes Detail selber nachprüfe …..!“


Danach stampft er Richtung Meer, um sein Gemüt etwas abzukühlen. Ich lache natürlich heimlich in mein kleines, gemeines Fäustchen und suche schon mal die Sonnenmilch, Lichtschutzfaktor 20, die uns über die nächsten Stunden bringt.

Nach unserem Sonnenbad schwingen wir uns in den Bus, tauschen die Strandmuschel, kaufen uns noch eine neue Badehose und enden mal wieder im „Little Creatures“, einer verdammt guten Bierbrauerei mit angeschlossenem Restaurant. Ein schöner Tag!

Somewhere in Western Australia




Mein Telefon klingelt und am anderen Ende der Leitung ist Tony, ein waschechter Engländer mit schwarzem Humor und viel Sinn für fremde Sprachen. „Myriam, möchtest du fahren zu Dansbourough am Freitag with Eva and me?“ Mit „du“ meint unser lieber Tony natürlich uns beide, aber ihm mal noch flink die grammatikalischen Regeln der deutschen Sprache zu erklären, würde eindeutig zu weit führen. Und so stehen Michael und ich freudig auf der Schwelle unseres Hauses, bepackt mit Badehose, Jogging-Anzug und einer Kiste Bier.


Vicky ist auch mit an Bord. Bei Vicky handelt es sich um den Methusalem unter den Hunden. Sie ist bereits 17 Jahre alt und auch wenn sie nicht mehr besonders gut sieht, oder hört, findet sie zielsicher und schwanzwedelnd die Person, die ihr ein Leckerchen zusteckt – also mich. She´s so sweet!


Da ich in meinem Blog nicht 2 A4 Seiten Platz habe, muss ich die Geschichte jetzt dringend abkürzen.


Wir haben das Wochenende in einem sehr schönen Haus, ähnlich dem Holzhaus von Robinson Junior, am Strand verbracht. Auf der Veranda steht ein riesiger Grill und so haben wir vorzüglich gespeist, einen köstlichen Wein getrunken und viel gequasselt.
Süd-West-Australien ist bekannt für seine tollen Weine.


Wir sitzen also mal wieder im Auto und fahren auf eines der Weingüter mit Zwischenstopps am Strand und einer kleinen Buschwanderung. Das heißt, nach deutschem Standard gemessen waren wir ewig unterwegs, für einen Australier sind gerade mal fünf Minuten vergangen. Uns knurrten also die Mägen, doch unser englischer Freund Tony fährt erbarmungslos durch Täler und über Berge, um uns zur besten Weinhandlung zu bringen. Tja, was soll ich sagen. Am Ende saß ich angetütelt und mit meinem Neuerwerb: „ Zwei Flaschen des besten Weines ever!“ und leerem Magen an einem Weinhang. How amazing!

Monday, March 5, 2007

Badenixen-Alarm



Okay, wir geben es zu: wir neigen eher zur Sanduhrfigur statt zur Strandnixenerscheinung, aber wir dürften auf einer deutschen Modenschau mitlaufen, da wir eindeutig über 57kg wiegen und nicht vollkommen verhungert hinter der Bühne zusammenbrechen.
Alles hat seine positiven Seiten – man muss sie nur finden! Ich bin auch der festen Überzeugung, dass Männer auf mehr, als nur Kindfrauen mit Bügelbrettbrust und Bohnenstangen stehen.

Wir zwei Dicken haben uns also heute ein schattiges Plätzchen am Strand gesucht, surfenden Hunden zugeschaut und etwas Musik gehört. Dabei könnt ihr heute Michaels neuste Erfindung bestaunen, der sogenannte i-Hut.



Der i-Hut besteht aus einem alten, speckigen, australischen Lederhut, einem iPod Shuffle 2. Generation (das kleine silberne Ding, da hinten am Hut) und ein paar Bose Ohrhörern. Summa summarum: eine geniale Geschäftsidee. Ich bin mit einem Genie verheiratet!

Früher suchte man sich seine Männer aufgrund der physischen Statur aus.

Du weißt schon, der Typ Mann, der in den Wald zieht und mit einem riesigen Tier auf der Schulter seinen Weg zurück in die Höhle findet. Heute können Männer getrost auf das goldene Armbändchen und die Macho-Frisur verzichten.

Ich hoffe, jeder Mann schaut jetzt schnell an sich herunter und nimmt heimlich das letzte Goldkettchen ab. Wir Sanduhr-Nixen stehen nämlich eher auf die Milchbubis, die uns einen Kaffee ans Bett bringen, den Sonnenschirm am Strand ausrichten, den Weg in ein gemütliches Café finden, uns einen Obstsalat schnippeln und mit uns Liebesfilme im Kino ansehen.


Ich wünsche euch einen schönen Tag und etwas Sonnenschein!